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Unterlagen & Entscheidungen

Dokumentenprüfung automatisieren: Eingehende Unterlagen nach euren Kriterien vorprüfen.

Manche Unterlagen kommen immer wieder herein und werden immer wieder nach denselben Kriterien bewertet: Lieferantenangebote, Vertragsverlängerungen, Nachweise, Zertifikate. Jedes Mal sucht jemand dieselben Angaben zusammen, vergleicht sie mit denselben Vorgaben und schreibt dasselbe Ergebnis auf. Genau dieser Teil lässt sich als Prüfstrecke bauen, also als automatisierte Dokumentenprüfung entlang eurer eigenen Regeln. Was am Ende herauskommt, ist eine Entscheidungsvorlage mit Fundstellen und offenen Punkten. Die Entscheidung selbst trifft weiterhin ein Mensch.

Kurz erklärt

Was eine Prüfstrecke von einem Dokumenten-Chatbot unterscheidet.

Ein Chatbot beantwortet Fragen zu einem Dokument. Das ist nützlich, wenn du etwas nachschlagen willst. Für eine wiederkehrende Prüfung reicht es nicht, weil jede Antwort neu formuliert wird und niemand hinterher nachvollziehen kann, welche Angabe woher stammt.

Eine Prüfstrecke trennt vier Dinge, die im Gespräch mit einem Chatbot vermischt sind: das Erkennen des Dokuments, das Auslesen der Angaben, das Prüfen gegen feste Regeln und das Formulieren des Ergebnisses. Jede ausgelesene Angabe behält ihre Fundstelle im Dokument. Jede Abweichung lässt sich auf die Regel zurückführen, die sie ausgelöst hat.

Geprüft wird gegen eure eigenen fachlichen Kriterien. Das ist etwas anderes als eine Prüfung auf Echtheit oder Manipulation, etwas anderes als eine Identitätsprüfung und etwas anderes als eine Revisionsprüfung gegen externe Vorschriften. Hier entscheidet, was in eurem Betrieb als vollständig, plausibel und zulässig gilt.

Der Ablauf im Detail

Vom Eingang bis zur Entscheidungsvorlage, Schritt für Schritt.

Ein Blick auf einen typischen Ablauf. Je nach Dokumentart und angebundenen Systemen sieht die Kette bei euch anders aus, das Prinzip bleibt gleich: erst erkennen, dann auslesen, dann vergleichbar machen, dann bewerten. Was unklar bleibt, wird als unklar ausgewiesen und nicht geraten.

01

Unterlagen kommen aus freigegebenen Quellen herein

Aus einem bestimmten Postfach, einem freigegebenen Ordner oder einem Formular. Welche Quellen dazugehören, wird vorher festgelegt, damit nicht beliebige Dateien in die Verarbeitung geraten.

Systeme
Postfach, Dateiablage oder Formular als definierter Eingang
KI übernimmt
Zuordnung zu einem bestehenden Vorgang, auch wenn Betreff oder Dateiname nicht eindeutig sind
Feste Regeln
zugelassene Quellen, erlaubte Dateiformate, Dublettenerkennung
Mensch greift ein
wenn sich ein Eingang keinem Vorgang zuordnen lässt
02

Vorgang, Version und Dokumenttyp werden erkannt

Angebot, Vertrag, Nachweis, Rechnung oder Datenblatt. Erst wenn der Typ feststeht, greifen die passenden Felder und Regeln. Genauso wichtig ist die Version: ein überholtes Angebot darf keine aktuelle Vorlage erzeugen.

Systeme
Vorgangsakte oder CRM als führende Ablage
KI übernimmt
Typ-Erkennung anhand von Aufbau, Begriffen und Absender, auch bei Mischformen
Feste Regeln
Versionsvergleich gegen den bereits abgelegten Stand
Mensch greift ein
wenn der Typ nicht eindeutig ist, der Fall wird markiert statt geraten
03

Entscheidungsrelevante Angaben werden ausgelesen

Nicht nur Preise. Auch Laufzeiten, Fristen, Kündigungsbedingungen, Leistungsbestandteile, Ausschlüsse, Gültigkeitsdaten und Aussteller. Welche Felder je Dokumenttyp gebraucht werden, steht vorher fest.

Systeme
Texterkennung für Scans und Fotos, Feldkatalog je Dokumenttyp
KI übernimmt
Zuordnung der Angaben zu den richtigen Feldern, auch bei ungewohntem Aufbau
Feste Regeln
jede Angabe wird mit ihrer Fundstelle im Dokument gespeichert
Mensch greift ein
bei Dokumenten, die sich nicht zuverlässig lesen lassen
04

Werte werden vereinheitlicht und auf Vollständigkeit geprüft

Netto oder brutto, monatlich oder jährlich, Stückpreis oder Gesamtpreis, gültig ab Datum oder ab Leistungsbeginn. Solange das nicht angeglichen ist, lässt sich nichts sinnvoll vergleichen. Im selben Schritt wird sichtbar, was schlicht fehlt.

Systeme
Umrechnung von Einheiten, Währungen, Zeiträumen und Datumsformaten
KI übernimmt
Erkennung, worauf sich eine Angabe bezieht, wenn das Dokument es nur im Fließtext sagt
Feste Regeln
Pflichtfeldprüfung je Dokumenttyp, fehlende Angaben werden nicht ergänzt
Mensch greift ein
wenn eine Angabe mehrdeutig bleibt und die Auslegung das Ergebnis verändert
05

Angaben werden gegen eure Kriterien geprüft

Die Kriterien kommen von euch und bilden ab, wie heute entschieden wird. Geprüft wird nicht auf gut oder schlecht, sondern eingeordnet: erfüllt, verletzt ein Ausschlusskriterium, verhandelbar, oder nicht prüfbar wegen fehlender Angabe.

Systeme
Regelwerk an einer Stelle gepflegt, gilt ab Änderung für alle Vorgänge
KI übernimmt
Zuordnung von Formulierungen zu Kriterien, wenn dieselbe Sache unterschiedlich benannt ist
Feste Regeln
Schwellen und Ausschlusskriterien, die ihr vorher schriftlich festlegt
Mensch greift ein
bei allem, was als verhandelbar eingestuft wird
06

Freigegebene Kontextdaten werden getrennt ergänzt

Manches, was für die Entscheidung zählt, steht nicht im Dokument: die bisherige Zusammenarbeit, frühere Konditionen, offene Vorgänge. Diese Angaben kommen aus vorher freigegebenen Quellen und bleiben sichtbar vom Dokumentinhalt getrennt.

Systeme
eure eigenen Systeme, dazu ausdrücklich freigegebene externe Quellen
KI übernimmt
Verknüpfung mit dem passenden Vorgang oder Geschäftspartner
Feste Regeln
Quelle und Stand werden mit ausgewiesen, Kontextdaten ersetzen nie eine fehlende Pflichtangabe
Mensch greift ein
wenn eine Quelle nicht erreichbar ist oder ihren Angaben widerspricht
07

Abweichungen und offene Punkte werden priorisiert

Aus den vorherigen Schritten kommen viele einzelne Befunde. Hier werden sie zusammengeführt und nach zwei Dingen sortiert: wie verlässlich die Angabe erkannt wurde und wie stark sie die Entscheidung beeinflusst. Sind mehrere Wege möglich, werden sie nebeneinandergestellt.

Systeme
Zusammenführung aller Befunde zu einem Vorgang
KI übernimmt
Formulierung der offenen Punkte als konkrete Rückfragen
Feste Regeln
Verlässlichkeit der Erkennung und Bedeutung für die Entscheidung werden getrennt ausgewiesen
Mensch greift ein
sobald ein Punkt als bedeutsam und zugleich unsicher eingestuft ist
08

Die Vorlage geht raus, die Entscheidung kommt zurück

Ein Ergebnis je Vorgang mit ausgelesenen Angaben, Fundstellen, Abweichungen und offenen Punkten. Was danach entschieden wird, wird zurück in den Vorgang geschrieben. Ausnahmen, die immer wieder gleich entschieden werden, zeigen, wo eine Regel fehlt.

Systeme
Ablage im Vorgang, Rückfragen gehen an den Absender
KI übernimmt
Aufbereitung der Vorlage und Entwurf der Rückfrage an den Absender
Feste Regeln
keine automatische Endentscheidung, auch ein Ausschluss wird begründet ausgewiesen
Mensch greift ein
immer, das ist der Zweck des Schritts
So sieht das Ergebnis aus

Eine Entscheidungsvorlage im Beispiel.

Ein erfundenes Lieferantenangebot, geprüft gegen erfundene Kriterien. Kein Kundendokument, sondern ein Muster, damit erkennbar ist, was am Ende auf dem Tisch liegt. Wichtig ist weniger der Inhalt als die Struktur: jede Angabe mit Herkunft, jede Abweichung mit Grund, jeder offene Punkt als konkrete Frage.

Vorgang 2026-0412 · Angebot · Version 2 · ersetzt Version 1 vom Vormonat

Angabe Wert Herkunft
LeistungsumfangWartung, 2 Einsätze pro JahrDokument, Seite 1
PreislogikPauschale je Jahr, nettoDokument, Seite 2
Laufzeit24 Monate ab LeistungsbeginnDokument, Seite 2
Kündigungsfrist3 Monate zum LaufzeitendeDokument, Seite 3
Reaktionszeitnicht angegebenPflichtfeld, fehlt
Bisherige Zusammenarbeitzwei abgeschlossene Vorgängeeigenes System, Stand heute

Abweichungen von euren Kriterien

  • Laufzeit übersteigt die festgelegte Obergrenze. Eingeordnet als verhandelbar, nicht als Ausschluss, weil eure Regel hier eine Ausnahme zulässt.
  • Kündigungsfrist bezieht sich auf das Laufzeitende, eure Vorgabe nennt das Vertragsjahr. Zwei verschiedene Bezugspunkte, deshalb nicht direkt vergleichbar.

Offene Punkte, als Rückfrage formuliert

  • Welche Reaktionszeit gilt bei einer Störung? Die Angabe fehlt im Dokument.
  • Beginnt die Laufzeit mit Vertragsschluss oder mit dem ersten Einsatz?

Verlässlichkeit der Erkennung

Preis, Laufzeit und Leistungsumfang stammen aus klar beschrifteten Feldern. Die Kündigungsfrist steht im Fließtext und wurde daher zur Kontrolle markiert, obwohl sie eindeutig wirkt.

Auffällig ist, was hier nicht steht: keine Empfehlung anzunehmen oder abzulehnen. Die Vorlage sagt, was drinsteht, was fehlt und was von euren Vorgaben abweicht. Was daraus folgt, entscheidet die Person, die den Lieferanten kennt.

Warum das getrennt läuft

Auslesen ist nicht bewerten.

Der häufigste Fehler bei Dokumenten und KI ist, beides in einem Rutsch zu erledigen: Dokument rein, fertige Einschätzung raus. Das liest sich gut und ist im Nachhinein nicht überprüfbar, weil niemand mehr trennen kann, ob eine Zahl im Dokument stand oder beim Formulieren entstanden ist.

Deshalb übernimmt jede Stufe genau eine Aufgabe. Zahlen und Fristen werden strukturiert aus dem Dokument übernommen und behalten ihre Fundstelle. Danach werden sie umgerechnet und verglichen. Erst am Ende wird formuliert, und zwar nur auf Grundlage dessen, was vorher festgehalten wurde. Fehler verschwinden dadurch nicht, aber sie werden auffindbar: Eine falsche Zahl lässt sich zur Seite im Dokument zurückverfolgen, eine falsche Einordnung zur Regel, die sie ausgelöst hat.

Dieselbe Trennung gilt für die Quellen. Was im Dokument steht und was aus euren Systemen dazukommt, bleibt im Ergebnis unterscheidbar. Sonst wirkt eine Vorlage einheitlicher und sicherer, als die Grundlage es hergibt.

Vorab einschätzen

Woran ihr erkennt, ob sich das bei euch lohnt.

Nicht jede Dokumentenarbeit eignet sich dafür. Je mehr dieser Punkte zutreffen, desto eher trägt eine Prüfstrecke.

Spricht dafür
  • Der Dokumenttyp kommt regelmäßig herein, nicht einmal im Jahr
  • Es gibt Angaben, die immer vorhanden sein müssen
  • Die Prüfkriterien lassen sich aufschreiben, auch wenn es bisher niemand getan hat
  • Heute macht die Arbeit eine Person nach Erfahrungswissen, und bei Urlaub liegt sie
  • Die Unterlagen kommen über wenige, klar benennbare Wege herein
Spricht dagegen
  • Jeder Fall wird individuell rechtlich bewertet
  • Die Kriterien ändern sich mit jedem Vorgang
  • Die Entscheidung hängt überwiegend an Dingen, die in keinem Dokument stehen
  • Es geht um wenige Vorgänge im Jahr mit jeweils hohem Einzelaufwand
Klarheit vorab

Was wir bauen, und was bewusst nicht.

Dasselbe Prinzip wie bei der generellen Automatisierung: mit dem Dokumenttyp anfangen, der am meisten Zeit frisst, und erst erweitern, wenn er im Alltag läuft.

Das baut Mitware
  • Erkennung von Dokumenttyp und Version
  • Auslesen der entscheidungsrelevanten Angaben mit Fundstelle
  • Vereinheitlichung von Einheiten, Zeiträumen und Bezugsgrößen
  • Anwendung eurer Kriterien und Kennzeichnung der Abweichungen
  • Entscheidungsvorlage mit offenen Punkten und Rückfragen
Das übernimmt Mitware nicht
  • Rechtliche Bewertung von Verträgen oder Klauseln
  • Prüfung auf Echtheit, Fälschung oder Manipulation von Dokumenten
  • Prüfung gegen externe Vorschriften, etwa für Revision oder Aufsichtsrecht
  • Bonitätseinschätzung von Geschäftspartnern
  • Auswahl von Bewerberinnen und Bewerbern
  • Freigabe von Zahlungen oder Abschluss von Verträgen
  • Festlegung eurer fachlichen Prüfkriterien
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Häufige Fragen

Unterlagen-Vorprüfung im Klartext.

Entscheidet die KI am Ende selbst?

Nein. Die Prüfstrecke bereitet die Entscheidung vor: Sie liest die Angaben aus, vergleicht sie mit euren Kriterien und markiert, was abweicht oder fehlt. Die Entscheidung trifft ein Mensch. Auch ein klarer Ausschluss wird als Ausschluss markiert und nicht stillschweigend aussortiert, damit nachvollziehbar bleibt, warum ein Vorgang nicht weiterlief.

Welche Unterlagen eignen sich dafür?

Unterlagen, die regelmäßig hereinkommen und immer wieder nach denselben Kriterien bewertet werden. Typisch sind Lieferantenangebote, Vertragsverlängerungen, Nachweise und Zertifikate. Vorgänge, die individuell rechtlich bewertet werden, eignen sich nicht, weil es dort keine wiederkehrenden Prüfkriterien gibt.

Woher kommen die Prüfkriterien?

Von euch. Die Kriterien bilden ab, wie bei euch heute entschieden wird, und werden vor dem Bau schriftlich festgehalten. Mitware baut die Strecke, die diese Kriterien anwendet, legt sie aber nicht fachlich fest. Ändert sich eine Regel, wird sie an einer Stelle geändert und gilt ab dann für alle Vorgänge.

Was passiert mit Angaben, die im Dokument fehlen?

Fehlende Pflichtangaben werden als fehlend ausgewiesen und nicht mit Annahmen aufgefüllt. Davon getrennt sind Kontextdaten, die gar nicht im Dokument stehen müssen, etwa Angaben aus eurem eigenen System. Die werden separat ergänzt und mit Quelle gekennzeichnet, damit im Ergebnis erkennbar bleibt, was aus dem Dokument stammt und was nicht.

Was passiert bei schlecht lesbaren Scans?

Ein Dokument, das nicht zuverlässig gelesen werden kann, wird als Klärfall markiert. Dasselbe gilt, wenn der Dokumenttyp nicht eindeutig ist, etwa bei Mischformen aus Angebot und Datenblatt. Geraten wird in beiden Fällen nicht.

Werden unsere Unterlagen an externe KI-Dienste weitergegeben?

Welche Verarbeitungswege infrage kommen, wird vor dem Bau geklärt und schriftlich festgehalten, einschließlich Speicherort, Zugriff und Löschung. Angebote und Verträge sind häufig vertraulich, deshalb gehört diese Frage an den Anfang des Projekts und nicht ans Ende.

Erkennt das System gefälschte Dokumente?

Nein. Die Prüfstrecke liest Angaben aus und vergleicht sie mit euren fachlichen Kriterien. Ob ein Dokument echt ist, ob es nachträglich verändert wurde oder ob eine Identität stimmt, sind eigene Verfahren mit eigenen Anforderungen. Wer das braucht, braucht dafür eine andere Lösung als diese.

Nächster Schritt

Welcher Dokumenttyp frisst bei euch die meiste Zeit?

Wir schauen uns kostenlos einen wiederkehrenden Vorgang an: welche Angaben jedes Mal gesucht werden, welche Kriterien dahinterstehen und ob sich daraus eine Prüfstrecke bauen lässt.

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