Debatten über Bewertungen, Investitionen und Geschäftsmodelle von KI-Anbietern sind für den Kapitalmarkt relevant. Für die Entscheidung im eigenen Unternehmen kommt eine zweite Frage hinzu: Lässt sich ein konkreter KI-Anwendungsfall mit den eigenen Zahlen wirtschaftlich begründen?
Ob einzelne KI-Unternehmen angemessen bewertet sind und welche Geschäftsmodelle sich langfristig tragen, ist vor allem eine Frage für Investoren, Eigentümer und Kapitalmärkte. Für ein Unternehmen, das eine konkrete KI-Anwendung einkauft oder entwickelt, ist diese Frage nicht identisch mit der Wirtschaftlichkeit des eigenen Anwendungsfalls.
Ob sich der Einsatz von KI im eigenen Betrieb lohnt, lässt sich anhand eines konkreten Prozesses prüfen: heutiger Aufwand, erwartete Veränderung, einmalige Umsetzungskosten und laufende Kosten. Diese Rechnung ist von der Bewertung einzelner KI-Anbieter zu unterscheiden, auch wenn Marktpreise und verfügbare Angebote natürlich Einfluss auf die Kosten haben können.
Die Dotcom-Blase zeigt, dass eine überhitzte Kapitalmarktphase und der langfristige Nutzen einer Technologie gleichzeitig existieren können. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass sich die heutige KI-Entwicklung genauso verhalten wird. Der Vergleich eignet sich deshalb als Denkmodell, nicht als Prognose.
Preise, Leistungsumfang und Geschäftsmodelle von KI-Diensten können sich verändern. Gleichzeitig entstehen in Unternehmen Kosten nicht nur durch Modelle oder Lizenzen, sondern auch durch Integration, Datenaufbereitung, Betrieb, Kontrolle und Anpassung bestehender Prozesse.
Deshalb sollte ein Pilot nicht auf dauerhaft unveränderten Anbieterpreisen oder einem theoretischen Best Case beruhen. Sinnvoller ist ein klar abgegrenzter Anwendungsfall mit eigenen Annahmen, einem Kostenrahmen und einem Zeitpunkt, an dem Nutzen und Aufwand erneut geprüft werden.
Ein erster Vergleich beginnt beim heutigen Aufwand. Für eine wiederkehrende Aufgabe lässt sich zunächst der Arbeitszeitwert berechnen:
Das Ergebnis bleibt eine Modellrechnung, solange noch nicht gemessen wurde, wie stark sich der tatsächliche Prozess nach der Umsetzung verändert. Ein finanzieller Effekt entsteht nur insoweit, wie die frei werdende Kapazität tatsächlich wirtschaftlich genutzt wird oder andere Kosten vermieden werden.
Die rund 1.710 € beschreiben den modellierten Arbeitszeitwert der eingegebenen Tätigkeit. Sie sind weder eine prognostizierte Einsparung noch der Preis einer KI-Lösung. Wie viel Arbeitszeit sich tatsächlich verändern lässt und welcher wirtschaftliche Effekt daraus entsteht, hängt vom konkreten Ablauf ab.
Zur Einordnung: Die Werte 80 Anfragen, 4 Minuten und 16 € dienen ausschließlich zur Veranschaulichung der Rechnung. Für eine eigene Einordnung sollten die tatsächlichen Unternehmenswerte verwendet werden, zum Beispiel im KI-ROI-Rechner.
Welche Kriterien für einen sinnvollen Anwendungsfall sprechen, erklärt Lohnt sich KI für mein Unternehmen. Mit eigenen Zahlen lässt sich der mögliche Effekt im KI-ROI-Rechner modellieren. Wie Context, Data und Function bei einem betrieblichen KI-System zusammenspielen, zeigt KI-Tools vs. KI-System.
Zwei Fragen sind zu trennen. Ob einzelne KI-Anbieter angemessen bewertet sind, betrifft vor allem Kapitalmärkte und Investoren. Ob sich ein konkreter Anwendungsfall im eigenen Betrieb wirtschaftlich rechnet, ist eine eigene Frage mit eigener Kalkulation. Mittelbar können Marktentwicklungen Preise, Angebote und Anbieterlandschaft beeinflussen, das ersetzt die eigene Rechnung aber nicht.
Über einen Ausgangswert, eine Zielgröße und eine Messung nach der Einführung. Erfasst wird zunächst, wie häufig ein Ablauf vorkommt und wie viel Zeit er heute bindet. Dem werden einmalige Umsetzungs- und laufende Betriebskosten gegenübergestellt. Eingesparte Arbeitszeit ist dabei zunächst freie Kapazität. Ein finanzieller Effekt entsteht erst, wenn diese Kapazität wirtschaftlich genutzt wird oder andere Kosten entfallen.
Dazu kursieren sehr unterschiedliche Zahlen. Studien verwenden dabei teils abweichende Definitionen von Projekt, Erfolg und Scheitern, unterschiedliche Erhebungszeiträume und unterschiedliche Stichproben. Eine allgemeingültige Quote lässt sich daraus nicht ableiten. Aussagekräftiger ist, ob im eigenen Fall vor dem Start ein Ausgangswert, ein Ziel und ein Prüfzeitpunkt festgelegt wurden.
Als Szenario, nicht als feste Annahme. Sinnvoll ist, die Rechnung zusätzlich mit höheren Betriebskosten durchzuspielen und zu prüfen, ab welchem Preisniveau sich der Anwendungsfall nicht mehr trägt. Wie sich Preise tatsächlich entwickeln, lässt sich nicht vorhersagen. Hilfreich ist deshalb auch, wie leicht sich ein Dienst im Bedarfsfall austauschen lässt.
Vor allem eigene Unternehmenswerte: der heutige Zeitaufwand für den Ablauf, die Menge der Vorgänge, der interne Kostenwert je Stunde, der Anteil, der sich realistisch verändern lässt, die einmaligen Einrichtungskosten, die laufenden Betriebskosten und, soweit einschlägig, zusätzliche Kapazität oder Umsatzwirkung. Eine allgemeingültige Renditezusage lässt sich daraus nicht ableiten.
Ob ein Unternehmen jetzt starten sollte, hängt vom konkreten Anwendungsfall ab. Ein kleiner, klar abgegrenzter Pilot kann sinnvoll sein, wenn Ausgangswert, Ziel, Kostenrahmen und Prüftermin feststehen. Ist der Anwendungsfall noch unklar, ist das Strukturieren des Ablaufs der sinnvollere erste Schritt.
Infrastruktur kann Preise, Verfügbarkeit und Anbieterlandschaft beeinflussen. Für einen einzelnen Betrieb sind jedoch meist die tatsächlich angebotenen Leistungen, Vertragsbedingungen, Kosten und technischen Anforderungen des gewählten Dienstes unmittelbarer relevant. Eigene Abläufe und strukturiertes Unternehmenswissen bleiben dabei unabhängig vom jeweils genutzten Anbieter nutzbar.
Mit einem klar abgegrenzten Prozess. Zunächst wird der Ausgangswert erfasst, also wie oft der Ablauf vorkommt und wie viel Zeit er bindet. Darauf folgt ein klein geschnittenes Testszenario mit festgelegtem Ziel und Kostenrahmen. Nach einem vorher vereinbarten Zeitraum wird derselbe Ablauf erneut gemessen und mit dem Ausgangswert verglichen.
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf einen konkreten Prozess, den heutigen Aufwand, mögliche Veränderungen sowie Einrichtungs- und Betriebskosten und ordnen ein, ob ein Pilot wirtschaftlich sinnvoll ist.
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